Über die Wahrheit

Was ist die Wahrheit? Gibt es die einzige Wahrheit?
Wir alle streiten uns und jeder ist von der Richtigkeit seiner Wahrheit überzeugt, während die anderen sich irren würden: Ich weiß mehr, besser, meine Wahrheit ist richtiger als die der anderen.
Wie ist es tatsächlich? Nehmen wir als Beispiel eine Familie – Mutter, Vater und ein Kind. Papa bringt das Kind jeden Morgen mit seinem Fahrzeug zum Kindergarten. Was ist das Auto für dieses Kind? Welche Wahrheit sieht es? Für das Kind ist das ein Gegenstand, welcher, wahrscheinlich „brumm, brumm“ macht und es jeden Morgen zum Kindergarten bringt. Es begreift so viel. Hat das Kind recht? Ja, und das zu 100 Prozent, aber sein Bildungsstand lässt es nur so viel erfassen. An dieser Stelle können Sie fragen: Ist das gleichwohl die Sicht des Kindes oder die Wahrheit? Die Wahrheit, aber auf dem Stand des Kindes.
Wie begreift seine Mutter das Auto? Sie weiß mehr: Das Auto kostet, man muss es warten, reparieren, versichern. Der Vater weiß noch mehr: Das Auto braucht Ölwechsel, neue Reifen usw. Am meisten weiß über das Auto ein KFZ-Meister, der Mängel am Auto feststellen, einen kaputten Motor reparieren kann usw.
Auf diese Weise hat jede dieser Personen ihre Wahrheit, aber es gibt auch die einzige 100prozentige Wahrheit. Nur fassen wir sie jeder unterschiedlich auf – ja nach der Bildung, spirituellem Verständnis, je nach dem Bereich, worauf sich diese Wahrheit bezieht (in diesem konkreten Fall war technisches Verständnis relevant). Dieselbe Wahrheit wird zu 10, zu 56 oder auch zu 100 Prozent erfasst.
Es gibt nur eine Wahrheit. Aus diesem Grunde sollten wir, statt einen Kampf mit den anderen zu führen, uns zu streiten, nicht den anderen zu überzeugen versuchen, sondern ihm beim Wachsen helfen, damit diese Person selbst die Wahrheit entdecken kann. Natürlich können wir manchmal mehr wissen oder verstehen, aber die Konfliktsituationen führen zu Nichts.
Ich rate Ihnen herzlichst, den Weg der Selbstentwicklung zu gehen, zu lernen und sich Mühe zu geben, immer mehr zu verstehen. Das wird Sie auf Dauer zu einem immer besseren, leichteren und fröhlicheren Leben führen.

Die größten Ängste vor der Selbstentwicklung

Warum haben die Menschen Angst vor der Spiritualität? Von der Kindheit an wird uns beigebracht, nur auf die physische, körperliche Hygiene zu achten: Zähne zu putzen, sich zu waschen, sich zu kämmen. Aber niemand lehrt uns und nie wird darauf hingewiesen, dass genauso wie Zähneputzen morgens und abends auch die spirituelle, emotionale Reinheit wichtig ist. Und erst wenn wir mit verschiedenen, in manchen Fällen auch sehr komplizierten Situationen im Leben konfrontiert werden, begreifen wir, wie notwendig das ist.

angstWelche drei wichtigsten Ängste hindern den Menschen, sich für die Spiritualität bzw. die Hygiene seiner Seele zu interessieren?

Die Angst vor Verlusten und die Angst vor dem Neuen: Jeder, wenn er gefragt würde, ob er gerne Antworten auf alle seine Fragen hätte (Warum er krank ist, wer sein Partner fürs Leben ist, was sein Lebensziel ist, für welchen Beruf er sich entscheiden sollte usw.), würde zweifelsohne „Ja“ sagen. Aber uns blockiert die beständige innere Angst: Und wenn Gott mir dann sagt, dass ich meinen Job kündigen, diese Person verlassen, mein Haus verkaufen soll, weil es zu meinem Besten ist? Schrecklich. Es ist beängstigend, seine Komfortzone zu verlassen, neue Beziehungen aufzunehmen, ein neues Zuhause zu suchen, die Einarbeitungsphase bei einem neuen Job zu bewältigen.

Sehr häufig sind wir im Inneren sehr große Egoisten, die wollen, dass alles nach unseren Wünschen abläuft, die sich selbst bremsen und blockieren, damit wir nicht mehr machen müssen, als wir bereit sind.

Uns beängstigt der Gedanke, dass auf uns große Veränderungen zukommen. Dass wir bei der spirituellen Selbstentwicklung die Menschen loslassen müssen werden, welche sich an uns klammern, uns beim Wachsen und der Suche nach der spirituellen Erleuchtung abbremsen, die behaupten, es sei nur dummes Gerede, wir sollen am besten, da bleiben, wo wir alle sind. Es ist für einen eine große Prüfung, die Gruppe, wo größtes Glück oft Spirituosen, Fressalien und endlose Partys mit der Clique bedeuten, zu verlassen, ihr zu entwachsen. Weltveränderung, Selbstverwirklichung – was soll das? Es ist für einen äußerst schwierig, in sich die Kraft zu finden, um sich diesem Druck widersetzen zu können. Vor allem, weil er oft denkt: Ich habe noch nichts bekommen, dabei muss ich schon so viel abgeben.

Vergessen Sie aber nicht – hier trifft ein sehr wichtiges Gesetz in Kraft: Wir müssen immer erst etwas abgeben, damit wir später etwas dafür bekommen können.

Aus diesem Grund scheint für viele der Weg der Selbstentwicklung sehr vage und kompliziert: Du musst den gemütlichen, gewohnten und jahrelang eingerichteten Ort verlassen und irgendwas Neues machen, was oft diffus, beängstigend und unzuverlässig erscheint. Das Ganze ist aber Ihre Entscheidung, von der die Qualität Ihres Lebens abhängt.

Auch begeistern wir uns für große, erfolgreiche Persönlichkeiten: Bill Gates, Richard Branson, Steve Jobs… Wir lesen ihre Biographien und bewundern sie. Inzwischen säuselt uns der Verstand, der oft nichts weiß und auf keine Weise uns glücklich machen kann, dass diese Menschen einen sehr komplizierten Weg gegangen sind. Wenn ich mich für die Spiritualität interessiere und mich zu verändern versuche, dann werde ich auch so viel leiden und viel verlieren müssen.

Natürlich werden Sie auf Vieles verzichten müssen, aber bei der Weiterentwicklung wird dieses Entsagen weder schwierig noch schmerzhaft sein, das wird zu einem natürlichen Prozess, der auf eine ganz einfache Weise, manchmal unbemerkt ablaufen wird.

Ihr Verstand sagt Ihnen: „Schau, das ist doch eine Tatsache – erfolgreich und glücklich zu sein heißt viel zu leiden“.

Aber sind Sie da 100 Prozent sicher? Vielleicht ist Ihr Weg eben die Freude? Die Antwort können Sie erst erfahren, wenn Sie es versuchen. Deswegen warten Sie nicht mehr – mögen Sie lernen und wachsen. Öfters ist es ratsam, nicht auf die laute Stimme des Verstandes zu hören, sondern den unbekannten, nicht vertrauten Weg einzuschlagen, weil  – ich Ihnen versichere – am Ende dieses Weges Sie mehr finden werden, als Sie rechnen können.